Häusliches Arbeitszimmer oder Home-Office-Pauschale eine Frage der Abgrenzung?

BMF-Schreiben vom 09.07.2021, IV C 6 – S 2145/19/10006 :013; DOK 2021/0744585

Bei den Einkommensteuererklärungen für die Kalenderjahre 2020 und 2021 stellt sich insbesondere für viele Arbeitnehmer die Frage – im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie – sind die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer oder die sogenannte Home-Office-Pauschale als Werbungskosten zu berücksichtigen?

  • 1.250 EUR bei Nichtvorhandensein eines anderen Arbeitsplatzes
  • Vollabzug der Aufwendungen bei Tätigkeitsmittelpunkt
  • 5 EUR pro Tag für maximal 120 Tage = 600 EUR jährlich als Home-Office-Pauschale

Wie ist das Verhältnis der beiden?

Zu aufgetretenen Zweifelsfragen hat das Bundesministerium der Finanzen auf Folgendes hingewiesen:

  • Ein anderer Arbeitsplatz steht für die Zeit der Corona-Pandemie – 01.03.2020 bis 31.12.2021 – auch dann nicht zur Verfügung, wenn die Entscheidung über das Tätigwerden im Home-Office der Arbeitnehmer selbst ohne eine ausdrückliche Anweisung des Arbeitgebers getroffen hat und er damit einer Empfehlung der Bundes- oder Landesregierung gefolgt ist. Erbringt der Arbeitnehmer seine berufliche Tätigkeit während der Corona-Pandemie unter Berücksichtigung der wöchentlichen Regelarbeitszeit zeitlich überwiegend im häuslichen Arbeitszimmer, befindet sich dort der Tätigkeitsmittelpunkt – die Aufwendungen sind in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar.
  • Die Home-Office-Pauschale von 5 EUR pro Tag kann auch dann als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn in er Firma des Arbeitgebers ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel, Telefon- und Internetkosten sind durch die Home-Office-Pauschale nicht abgegolten und können daher zusätzlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.
  • Die tatsächlich geleisteten Aufwendungen für eine Jahres- oder Monatsfahrkarte zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können als Werbungskosten anerkannt werden, soweit sie die insgesamt für das Kalenderjahr zu berücksichtigende Entfernungspauschale übersteigen. Daneben kann die Home-Office-Pauschale für diejenigen Tage angesetzt werden, an denen der Arbeitsnehmer ausschließlich im Home-Office tätig geworden ist.

Quelle: BC Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling