Wer in einem sog. Minijob angestellt ist, hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Der Mindestlohn wurde zum 01.07.2021 auf 9,60 EUR erhöht. Eventuell müssen die Arbeitsstunden vertraglich angepasst werden, damit der Mindestlohn eingehalten wird.

Mit dem 01.07.2021 steigt der gesetzliche Mindestlohn von 9,50 EUR auf 9,60 EUR pro Stunde. Das gilt auch für Minijobber die zum Beispiel im privaten Haushalt als Haushaltshilfe oder Gärtner tätig sind – so Isabell Klocke vom Bund der Steuerzahler. Da der Minijobber im Monat grundsätzlich aber nicht mehr als 450 EUR Entgelt erhalten darf, muss eventuell die Arbeitszeit verringert werden. Ansonsten kann es durch die Anhebung der Stundenvergütung zur Gefährdung des sozialversicherungsfreien geringfügigen Beschäftigung kommen und es können höhere Sozialabgaben und Steuern anfallen.

Beispielberechnung:

Bisher arbeitete ein geringfügig Beschäftigter – also Minijobber – im Monat 47 Stunden zu einem Mindestlohn von 9,50 EUR und erhielt hiervor monatlich eine Vergütung von 446,50 EUR brutto. Bleibt es bei dieser Stundenzahl, würde mit dem Mindeststundenlohn von 9,60 EUR die Grenze von 450 EUR überschritten, denn jetzt würde der Minijobber 451,20 EUR verdienen. Die regelmäßige monatliche Arbeitszeit sollte also entsprechend angepasst werden.

Unvorhersehbares bringt den Minijob nicht in Gefahr

Wird die Grenze wegen eines gelegentlichen und nicht vorhersehbares Ereignisses überschritten, ist das allerdings unproblematisch und führt nicht zur Beendigung des Minijobs. Ein unvorhersehbares Ereignis liegt zum Beispiel vor, wenn der geringfügig Beschäftigte einen anderen wegen Krankheit ausgefallenen Arbeitnehmer vertreten muss.

Diese Regelung gilt beispielsweise auch, wenn der Minijobber mehr arbeiten musste, weil ein anderer Arbeitnehmer wegen einer Corona-Quarantäne oder wegen der Betreuung seiner Kinder in der Corona-Pandemie ausfällt. Dies teilte Isabell Klocke vom Bund der Steuerzahler ebenfalls mit.

Was ist „gelegentlich“?

Als gelegentlich ist ein Zeitraum von bis zu drei Monaten innerhalb eines Jahres anzusehen. Bei unvorhersehbar höherem Verdienst in der Zeit vom 01.06.- 31.10.2021 wurde die Grenze allerdings auf vier Monate angehoben.