Bei einem Minijob ist es wichtig, den Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht rechtzeitig zu stellen!

450-Euro-Minijobber haben die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Allerdings ist bei der Antragstellung etwas zu beachten. Der Antrag auf Befreiung ist an eine Frist gebunden. Wird diese versäumt, sind Pflichtbeiträge zu entrichten, für die der Arbeitgeber unter Umständen allein aufkommen muss.

Stellt ein Arbeitnehmer – ein Minijobber der auf 450-Euro-Basis angestellt wird – bei seinem Arbeitgeber einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht, muss dieser den Eingang bei der Minijob-Zentrale anzeigen. Dies erfolgt mit der Meldung zur Sozialversicherung innerhalb einer vorgegebenen Frist. Bei Fristversäumnis sind Pflichtbeiträge zu zahlen – länger als von der oder dem Arbeitnehmenden tatsächlich gewünscht.

Ein Minijobber entscheidet selbst, was er möchte!

Die Entscheidung – ob es sinnvoll ist – Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zu entrichten oder darauf zu verzichten, trifft der Minijobber selbst. In der Broschüre „Mit Minijobs die Rente sichern“ zeigt die Minijob-Zentrale, welche Regelungen und Vorteile sich aus einer Rentenversicherung für einen Minijobber ergeben und wie sich die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht auswirken kann.

Antrag auf Befreiung und Anzeige bei der Minijob-Zentrale

Der Antrag des geringfügig Beschäftigten – des Minijobbers – auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist schriftlich beim Arbeitgeber zu stellen. Der Arbeitgeber dokumentiert auf dem Antrag das Eingangsdatum und nimmt diesen zu den Personal- bzw. Entgeltunterlagen. Anschließend zeigt er der Minijob-Zentrale den Eingang des Befreiungsantrags mit der Meldung zu Sozialversicherung – Anmeldung des Arbeitnehmers – an. Bei der Meldung ist die Beitragsgruppe RV „5“ zu verwenden. Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht wirkt grundsätzlich ab Beginn des Kalendermonats, in dem der Antrag beim Arbeitgeber eingeht, frühestens jedoch ab Beginn der Beschäftigung. Dies setzt allerdings voraus, dass der Arbeitsgeber der Minijob-Zentrale die Befreiung bis zur nächsten Entgeltabrechnung anzeigt, spätestens innerhalb von 6 Wochen bzw. 42 Kalendertagen nach Eingang des Befreiungsantrags.

Minijob-Zentrale beanstandet verspätet angezeigte Befreiungen

Die Minijob-Zentrale greift Sachverhalte verspätet eingehender Meldungen direkt auf. Hierbei handelt es sich um Anmeldungen mit der Beitragsgruppe RV „5“ für einen weit zurückliegenden Beschäftigungsbeginn außerhalb der zulässigen Frist. Die Arbeitgeber werden angeschrieben und müssen die Sachverhalte sodann aufklären. Im Ergebnis kann die gemeldete Beitragsgruppe unabhängig von der verspätet eingereichten Sozialversicherungsmeldung ab Beginn unter anderem dann gerechtfertigt sein, wenn der Minijobber Altersvollrentner und generell rentenversicherungsfrei ist.

Wichtig:

Ist die Meldung unzulässiger Weise verspätet eingereicht worden, beginnt die Befreiung erst nach Ablauf des Kalendermonats, der dem Kalendermonat des Eingangs der Meldung zur Minijob-Zentrale folgt. In der Folge sind für einen längeren Zeitraum Pflichtbeiträge zu zahlen, als es von der oder dem Arbeitnehmenden beabsichtigt war.

Kein unbegrenzter Abzug des Arbeitnehmeranteils beim Minijobber

Grundsätzlich trägt der Minijobber seinen Arbeitnehmeranteil am Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung selbst. Der Arbeitgeber zieht diesen Anteil vom Arbeitsentgelt ab und zahlt ihn direkt zusammen mit den übrigen Angaben an die Minijob-Zentrale. Ist der Abzug des Arbeitnehmeranteils – aus welchen Gründen auch immer – unterbleiben, darf der Arbeitgeber den Eigenanteil des Minijobbers grundsätzlich nur mit den drei nächsten Entgeltabrechnungen nachholen. Diese Frist kann abgelaufen sein, wenn der Arbeitgeber die Meldung, mit der er die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht anzeigt, nach Ablauf der sechs Wochen bzw. 42 Tage übermittelt. In diesem Fall wird er von der Minijob-Zentrale darauf hingewiesen, dass die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht erst zu einem späteren Zeitpunkt wirkt und Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung nachzuzahlen sind.